Über Uns    

I. Was ist IIPPI?

Das Innocent in Prison Project International (IIPPI) ist ein Medium, das Justizirrtümer im Strafrecht thematisiert. Justizirrtümer betreffen jeden direkt oder indirekt. Wenn Unschuldige hinter Schloss und Riegel sind, sind die Schuldigen auf freiem Fuß und können weitere Verbrechen begehen. IIPPI illustriert Kriminalfälle mit mutmaßlich falschen Verurteilungen. Neben detaillierter Analysen bereichern öffentliche Dokumente, Audio- und Videomaterial, interaktive Karten, Umfragen und Kommentarfunktionen diese Webseite. IIPPI ist seit 2004 eine informative und inspirierende Quelle für Studenten, Journalisten, Regierungsbeamte, Aktivisten und dergleichen.


II. Definition: "unschuldig"

"Ein Mensch [eine Person] ist unschuldig in Bezug auf das Verbrechen oder Vergehen, dessen er beschuldigt wird, wenn er moralisch frei von Schuld ist, wenn er schuldlos ist, oder wenn er frei von Schuld an einem bestimmten Verbrechen oder Vergehen ist."
Quelle: Webster's 1913 Dictionary

Selbstverteidigung:
"Gewaltanwendung, die voraussichtlich zum Tode oder zu schwerer Körperverletzung führt, ist nur dann als Selbstverteidigung gerechtfertigt, wenn eine Person ernsthaft annimmt, daß eine solche Gewaltanwendung notwendig ist, um Tot oder schwere Körperverletzung zu verhindern."
Quelle: Lectric Law Library's Lexicon

Nicht schuldig: Jemand mag am Tatort anwesend gewesen sein, war aber weder Täter noch Komplize (Mitschuldiger). Eine Person ist "unschuldig", wenn sie nicht nur "nicht schuldig", sondern in keiner Art und Weise beteiligt war.

IIPPI unterscheidet zwischen "unschuldig", "nicht schuldig" und Selbstverteidigung. IIPPI veröffentlicht keine Fälle von Gefangenen, die ihre Argumentation ausschließlich auf rechtliche Spitzfindigkeiten stützen. Gesetze ändern sich, aber tatsächliche Unschuld bleibt bestehen.


Prisoner vs. Jail Inmate
Seit Abschaffung der Zuchthäuser und Zuchthausstrafen nach Ende des Zweiten Weltkrieges sowie der praktischen Abschaffung von kurzzeitigen Haftstrafen (bis zu sechs Monaten) in Deutschland gibt es im deutschen Sprachgebrauch auch praktisch keine Unterscheidung mehr zwischen "Zuchthäusler" bzw. "Strafgefangenem" - der veralteten deutschsprachigen Entsprechung von "Prisoner" - einerseits, und "normalen", "kurzzeitigen" bzw. "lokalen" Gefangenen andererseits, was dem englischen "Jail Inmate" entspräche. In den USA unterscheidet man jedoch nach wie vor zwischen einem "Jail", also einer auf kommunaler Ebene betriebenen Haftanstalt für kurzzeitige Gefängnisstrafen i.d.R. bis zu einem Jahr (von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich) und einem "Prison" oder "Penitentiary", also einer Haftanstalt auf bundesstaatlicher oder Bundesebene für Gefängnisstrafen ab einem Jahr aufwärts. Die Begriffe "Prisoner" und "Jail Inmate" begründen sich auf der Art der Haftanstalt. Die Worte "Häftling", "Gefangener", "Insasse" usw. beziehen sich daher auf den deutschsprachigen Seiten von IIPPI.org, wenn nicht anders angegeben, auf den englischen Begriff "Prisoner".


III. Einführung

In einem Rechtsstaat gilt im Strafrecht die Unschuldsvermutung, d.h. jemand ist so lange als unschuldig anzusehen bis die Schuld nachgewiesen ist.

Da wir alle nur Menschen sind, können uns Fehler unterlaufen. Was früher recht war, muss heutzutage nicht mehr immer als richtig empfunden werden. Fragliche Sachverhalte können zutreffen oder auch nicht. Dies kann erkannt werden oder auch nicht.

Daraus ergeben sich die folgenden vier Möglichkeiten:
  • Jemand ist schuldig und die Beweise sind korrekt (richtige Beschuldigung und Verurteilung)
  • Jemand ist schuldig, aber die Beweise fehlen (richtige Beschuldigung, nicht beweisbar)
  • Jemand ist unschuldig und die Beweise führen zu Unrecht auf den scheinbar Überführten (falsche Beschuldigung und Verurteilung)
  • Jemand ist unschuldig und die Schuld kann auch nicht bewiesen werden (falsche Beschuldigung, keine Beweise vorhanden, überzeugende Verurteilung unmöglich, kommt aber trotzdem vor.)




IV. Ein riesiges Themenfeld in Kürze

Unschuldige gibt es nicht nur im Todestrakt. Es gibt sie überall hinter Gittern. Leider kann nicht jede Verurteilung durch die Technologie des DNS (Englisch: DNA) Beweises geltend gemacht werden. Eine unbekannte Anzahl von Personen im Vollzug leiden an Unrecht hervorgerufen durch vermeintliche Zeugen, ungesetzlicher Polizei, (vom Gericht ernannte) Pflichtverteidiger, Staatsanwälte und Richter. Einer oder mehrere der folgenden Faktoren tragen typischerweise zu falschen Verurteilungen bei:
  • Fehlerhafte Identifizierung des Täters durch Opfer oder Augenzeugen
  • Fälschung oder "Fabrikation" von Beweisen durch Polizisten, Laborangestellte und dergleichen
  • Übereifrige Staatsanwälte, denen Ruhm und Anerkennung mehr wert ist als Gerechtigkeit.
  • Pflichtverteidiger werden schlecht(er) bezahlt, sind oft überarbeitet und nicht immer erfahren im Strafrecht. Noch weniger Erfahrung hat so mancher Anwalt mit Mordfällen.
  • Mangel an ordnungsgemäßen Polizeiermittlungen
  • Falsche Geständnisse, die körperlich oder psychologisch beim Verhör erzwungen worden sind
  • Meineid von Zeugen für den Staat
  • Sogenannten "Ratten" (Umgangssprache für hinterlistige und lügende Mithäftlinge), Informanten und Mitangeklagten (Kronzeugen) wird erlaubt, vor Gericht gegen den Angeklagten auszusagen und für die (Falsch-) Aussage(n) vom Staatsanwalt in Form von "Nachsicht" belohnt zu werden.
  • Kritiklose und ungeschulte Juroren wissen nicht, welche "Spielchen" manchmal getrieben werden.
  • Ausschluß von anderen Tatverdächtigen
  • Entscheidungen vom Richter, der die Klägerseite begünstigt, weil er vielleicht selbst jahrelang Staatsanwalt gewesen ist.
  • Unkritische und unmoralische Reporter, die absichtlich nur die Hälfte der "Story" berichten. Sie üben Druck auf den Staat aus, jemanden strafrechtlich zu verfolgen, zu verurteilen und manchmal auch hinzurichten
  • Entscheidendes Beweismaterial verschwindet, wird zerstört und/ oder von der Verteidigung zurückgehalten
  • Aus Mangel an Ressourcen kann sich der Angeklagte keine Detektive und Experten leisten. Dank der Steuerzahler jedoch, hat die Staatsanwaltschaft alle Mittel zur freien Verfügung, eine Verurteilung zu "gewinnen". Der finanziell Stärkere setzt sich durch.
  • Vorurteile gegen die Volksgruppe, Rasse, Religion, Nationalität, politischen oder persönlichen Ideen des Angeklagten
  • Erzwungene "Geständnisvereinbarungen" durch das Anhäufen von Anklagepunkten seitens des Staatsanwalts, die ein wesentlich längeres Strafurteil und manchmal sogar die Todesstrafe zur Folge hätten
  • Die Immunität gegen einen Rechtsstreit, die der Staatsanwalt, Richter, Polizisten und Zeugen (manchmal) genießen, erlaubt es, dass diese Leute nicht für Meineid oder andere kriminelle Handlungen belangt werden können.
  • Im Grunde kämpfen die Opfer von Rechtsirrtümern gegen politische Interessen. In den USA sind Staatsanwälte, Sheriffs, und Richter keine Berufsbeamten. Sie werden von den Bürgern gewählt und sind daher Politiker. Dieses politische Element verwischt die Gewaltenteilung innerhalb des Strafrechtsystems und macht aus Autoritäten voreingenommene Zwitterwesen.
Unschuldig verurteilte Frauen und Männer hat es immer gegeben und wird es unglücklicherweise wohl auch immer geben. Je höher die Gefängnisbevölkerungsrate (pro 100.000 von nationaler Bevölkerung), desto wahrscheinlicher sind unschuldige Insassen inhaftiert. Siehe die Tendenz pro Land und andere Kriterien bei www.prisonstudies.org. Internationales Zentrum für Gefängnissstudien [International Centre for Prison Studies (ICPS), King's College London/ University of London, England].

Die Folgen von Justizirrtümern sind gravierend. Dies ist nur eine kleine Auswahl der Konsequenzen:
  • Wertvolle Lebenszeit wird wortwörtlich totgeschlagen.
  • Der wahre Täter ist frei und kann mehr kriminelle Handlungen begehen.
  • Die Psyche des Unschuldigen wird durch traumatische Erlebnisse in Mitleidenschaft gezogen.
  • Das Leben unter Mitgefangenen ist gefährlich. Gewalt wie Vergewaltigungen und Messerstechereien sind keine Seltenheit. Die Gefahr, mit HIV, Hepatitis C oder anderen Krankheiten infiziert zu werden, besteht.
  • Ehen, Familien und Freundschaften zerbrechen.
  • Kinder leiden unter der Trennung.
  • Angehörige werden von der Umwelt (auch von früheren Freunden) diskriminiert und ausgeschlossen.
  • Kinder lernen, dass die Wahrheit scheinbar nicht wichtig ist.
  • Der Familie droht der finanzielle Ruin, denn sie muss nicht nur hohe Rechtsanwaltkosten begleichen. Gleichzeitig fällt eine Arbeitskraft, und somit ein Gehalt (meistens das des Hauptverdieners), weg.
  • Manchmal werden den Kindern von Gefangenen so die Weichen zur Kriminalität gestellt.
  • Der gute Ruf wird selbst nach einer Freisprechung kaum vollständig wieder hergestellt, denn Zweifler und Gerüchte gibt es immer und überall.
  • Entziehung der Bürgerrechte (Verlust vom Stimmrecht bei Wahlen, Registrierung als Sextäter)
  • Wer stellt einen Ex-Sträfling ein?

*** Bevor Sie uns zugunsten eines Gefangenen kontaktieren, der/ die behauptet fälschlicherweise verurteilt worden zu sein, bitten wir darum, die vollständige Bewerbung vorzulegen. Danke!***



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IIPPI wird oft kopiert, lebt aber seit Jahren von Spenden einer einzigen Person.


IIPPI-Trailer


Buch-Trailer: Besuchen Sie den Blog dieses Buchs auf www.vincentsimmons.iippi.org



Countdown zur nächsten Hinrichtung in den USA



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